Tag Archives: Finanzkrise

Let’s call TINA

22 Mai

TINA kommt immer dann ins Spiel, wenn scheinbar nichts mehr geht. Wenn sozusagen das Ende der immer enger werdenden Sackgasse erreicht wurde und einem die Ausweglosigkeit in die Augen springt und die beginnende Verzweiflung des Geistes neue Lösungen erfordert.

Das Problem liegt offensichtlich auf der Hand. Es geht nicht mehr vorwärts und auch nicht mehr zurück. Eingeklemmt wie eine Maus in der tödlichen Falle. Wenn jetzt nicht schnell Hilfe kommt.

Und genau auf diesem Moment hat TINA gewartet, das ist sozusagen ihre Stunde, jetzt kann sie beweisen, wozu sie fähig ist. Und das macht sie dann auch mit Bravour und zaubert eine radikale Lösung aus dem Hut, so wie der Magier das Kaninchen. Prima, Lösung gefunden, Problem beseitigt. Es kann weiter gehen

Auch TINA ist wieder einmal sehr begeistert und freut sich schon riesig auf ihren nächsten Einsatz.

P.S. 1 TINAs voller Name lautet: There Is No Alternative.
P.S. 2 Das Kaninchen kostete (mindestens) € 148 Mrd.
P.S. 3 Der Magier kommt aus Griechenland
P.S. 4 Die sich verengende Sackgasse wurde von Finanz-Architekten geplant und von Finanz-Jongleuren gebaut. Zeitplan
und Ausgaben wurden dabei exakt eingehalten. Ein voller Erfolg
P.S. 5 Wer schreibt die nächste Kurzgeschichte?

Finanzkrise ist das Wort des Jahres 2008

22 Dez

Tja, das von der Gesellschaft für deutsche Sprache gewählte Wort des Jahres 2008 charakterisiert das ausgehende Jahr 2008 in treffender Weise.

Aber auch die nominierten Begriffe verzockt und Datenklau hätten den pessimistischen Tenor zum Jahresausklang gut wieder gegeben. So haben wir uns also von der Klimakatastrophe (2007) zur Finanzkrise weiter entwickelt. Und das im Dunstkreis von Nacktscanner, Umweltzone und Rettungsschirm. Nur die Parole von President Elect Barack Obama bringt da etwas Zuversicht: Yes, we can!

Bundespräsident Köhler fordert Entschuldigung von Banken-Managern

12 Okt

Bundespräsident Köhler geht mit den Banken-Managern hart ins Gericht.

“Mehr Selbstkritik wäre gut, Menschen, die sagen: Ja, hier haben wir einiges falsch gemacht, und dafür stehen wir jetzt gerade”, sagte Köhler dem SPIEGEL. Die Wirtschaftseliten müssten wieder lernen, “was Maß und Mitte ist, was Bodenhaftung bedeutet”. Da sei “eine Menge Unaufmerksamkeit, Selbstzufriedenheit, Zynismus” im Spiel gewesen. Besonders in der angelsächsisch geprägten Finanzbranche habe man geglaubt, “aus nichts Gold machen zu können, und das dauerhaft”, sagt Köhler. Es sei nur noch um die Maximierung der Rendite gegangen.

Köhlers Kritik finde ich gut, denn die kochendheiße Suppe, die uns die Banken eingebrockt haben, müssen wir (die Steuerzahler) auslöffeln. Guten Appetit!