Filmkritik: The Happening
2 Apr
Der Inhalt stirbt wie seine Schauspieler
Im Central Park in New York City bleiben plötzlich alle Menschen stehen, reden wirres Zeug und bringen sich selbst um. Einfach so. Die geschockten Bewohner New Yorks versuchen daraufhin der unbekannten Seuche zu entkommen, die sich auf unerklärliche Weise verbereitet. Der Naturkundelehrer einer New Yorker Schule (gespielt von Action Schauspieler Mark Wahlberg) und sein Mathemathikfreund versuchen ebenfalls zu flüchten. Wie in einem typischen Horrorfilm (falls dieser Film das sein will und wenn, kann man ihn so nicht bezeichnen) sterben nach und nach alle bis auf die Protagonisten: Naturkundelehrer, seine Frau und die Tochter des ebenfalls ausgefilterten Mathekumpels, der die Frau von Mark hasst.
Der Tagsüber-spielende-Horror-blutige-Spezialeffekte-Wissenschaftsdrama-schlechte-Story-habende-Comedy-A-Movie-Film
In diesen 90 Minuten erleben Sie einen Film eines verwirrenden Genres, denn dieser Film weiß einfach nicht, was er sein will. Während uns die übertrieben detailreich inszenierten Selbstmordszenen horrormäßig schockieren, lachen wir darüber, dass Mark Wahlberg mit einem Plastikbaum spricht und diesen bittet ihn nicht umzubringen. Das Stichwort Naturkunde illustriert wundervoll, wie bescheuert undurchdacht dieser Film ist. Denn als Naturkundelehrer sollte er eigentlich einen Plastikbaum sofort von einem echten unterscheiden können. Ebenso als unfähig stellt er sich heraus, wenn er nach Erklärungen für den Ausbruch und die Verteilung der Seuche sucht. Zuerst kommt er darauf, dass der Wind schuld ist, dann sind es plötzlich die Plfanzen und dann die Anzahl der Leute auf einem Haufen und später alles drei. Das hätte wohl auch ein U-Bahnkartenverkäufer herausgefunden.
Ebenso undurchdacht (das Wort klingt viel zu positiv, finde ich) ist die Beziehung zwischen Mark und seiner Frau, die ihn unglaublich betrogen hat, indem sie mit einem Kollegen namens Joey ein Dessert essen war. Ihn kratzt das eigentlich nicht und sie hat das Gefühl ihn verlassen zu müssen. HÄH? Wie passt das denn nun hinein? Gar nicht, aber ohne diesen völlig absurden, nichtssagenden, schwachsinnigen, haltlosen Nebenplot wäre der Film halt nur halb so lang gewesen. Dafür kann man bei diesem A-Movie keinen vollen Kartenpreis verlangen.
Fazit
Normalerweise schaue ich mir einen Film mindestens zweimal an, bevor ich mich an eine Kritik darüber mache, aber diesen Film tue ich mir nicht nochmals an. Schließlich weiß der Film gar nicht, was er mit dem Zuschauer anfangen will und schickt ihn doch nur in den Abspann, ohne Erklärung, nur mit der geschwängerten Frau von Mark, warum auch immer das wichtig war. Wer immer sich diese 90 Minuten antun will, kann sich auf jede Menge sinnloser Gewalt einstellen, einen teuren Hubschrauber, der durch seine Rotoren das Gras bewegt und damit den Wind simuliert, vor dem die Schauspieler wegrennen, und einen fehlbesetzten Mark Wahlberg, der in der Weinszene nicht weinen kann, genau wie die anderen Schauspieler auch. Ich jedoch habe keine Schwierigkeiten damit zu weinen, wenn ich diesen furchtbaren Film je wieder ansehen muss.






In Amerika verabschieden sie sich bereits. Dort lief schon lange die Staffel 8 der Erfolgsserie “Will & Grace”. W&G ist eine Serie, die genau das anspricht, was die katholische Kirche seit jeher auszublenden versucht: Homosexualität als fester Bestandteil des 20. und 21. Jahrhunderts.
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