Archive | Juli, 2009

Ein schlechter Tag für Verschwörungstheoretiker

20 Jul

Ein schlechter Tag für Verschwörungstheoretiker
Mondlanung 20.7.1969, (c) NASA

Mondlanung 20.7.1969, (c) NASA

Der 20.7.2009 war ein schlechter Tag für Anhänger der Mondlandungs-Verschwörungstheorie. Behauptete doch die NASA, vor genau 40 Jahren auf dem Mond gelandet zu sein, wo es doch ihrer Meinung nach offensichtlich war, dass die Mond-Aufnahmen in Hollywood fabriziert wurden. Und das Entsetzliche daran ist, dass Millionen Menschen immer noch auf diesen Schwindel hereinfallen. Wo doch die Beweislage so überzeugend ist, denn man kann, wie jedem Einsichtigen klar ist, aus dem Fehlen oder dem Zurückhalten von Beweisen die Gegenaussage beweisen. Alles ganz logisch, oder?

Wer ist Deutschland?

19 Jul

Im folgenden sehen Sie einige Videos aus der “Du bist Deutschland” Kampagne, die das gegenwärtige Selbstbild ausdrücken sollen.

…Mit Kindern

…Mit “deutschen” Promis

Darunter findet sich auch ein kritischer Beitrag zur Vorratsdatenspeicherung:

Always look on the bright side of life

15 Jul

Always look on the bright side of life

Wer hätte gedacht, dass Klinsi jemals mit Jesus Christus verglichen würde. Er selbst sicher am allerwenigsten. Aber die taz hat’s zur Osterzeit 2009 geschafft, Klinsmann mit dem Jesus Christus des satirischen Monty-Python-Film Das Leben des Brian in Verbindung zu bringen.

Klinsmann klagte dagegen, und verlor nun auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München. Die Begründung: das Recht auf Meinungsfreiheit, das satirische Darstellungen mit einschließt, gelte höher als das Persönlichkeitsrecht.

Eine Entscheidung, die sicher Gegenstand von Diskussionen sein wird.

Ich frage mich, ob der Vergleich mit dem gekreuzigten Christus nicht doch ein bisschen weit hergeholt ist (wenn auch sicher medienwirksam gut ausgedacht). Denn ich kann mir einfach nicht so richtig vorstellen, dass der Job als Fußballtrainer des 1 FC Bayern München eine so gewaltige, welterlösende Funktion haben kann/soll und dass Klinsmanns Blut und Schweißtropfen heilsbringend sind. Sicher hätte sich ein anderer, besser geeigneter Vergleich finden lassen. Aber vielleicht täusche ich mich auch in diesem Punkt.

Bildquelle: taz

Die Imitat-Abzocke

14 Jul

Die Imitat-Abzocke

Garnelen aus gepresstem Fischeiweiß, meerrettichlose Wasabi-Erdnüsse, Schinken aus Stärke-Gel, Pizza-Schnitte mit Pseudokäse (Analogkäse nennt man das wohl im Fachjargon), Schokoladenkekse ohne Schokolade, dafür mit fettarmem Kakaopulver, putenfleischloser Putenfleisch-Salat, …

Kochschinken (Bildquelle: Wikipedia)

Das alles wäre ja an sich noch kein (großes) Problem, denn schließlich kann jeder/jede essen was er/sie will – vorausgesetzt, die Waren sind eindeutig gekennzeichnet und der Kunde weiß, auf was er/sie kaut. Aber gerade das ist der Haken an der Geschichte: die bewusste oder In-Kauf-Genommene Irreführung des Kunden. Wer interpretiert denn schon die Kennzeichnung: “Lebensmittelzubereitung mit Käse” richtig – denn gemeint ist, dass das Produkt auch (etwas) echten Käse enthält, neben dem Kunstkäse.

Bei einer Stichprobenkontrolle vor einiger Zeit kam auf, dass bei rund 68 Prozent aller in der Gastronomie entnommenen Proben Schinkenimitat verwendet wurde und dies, ohne dass der Verbraucher es wusste.

Nicht dass Lebensmittelimitate per se ungesund sind, das nicht notwendigerweise (gibt es doch die strengen Hygienevorschriften), aber ich als Verbraucher möchte wissen, was ich esse und vor allem, wofür ich bezahle. Oder leben wir schon in einer Imitat-Gesellschaft?

Ich möchte Gott spielen

12 Jul

Ich möchte Gott spielen

Sollte künstliche Intelligenz weiterentwickelt werden, um weiterhin neue spannende Computerspiele zu erschaffen oder Müllwagen, die automatisch erkennen, wie sie die Mülltonne anpacken müssen? Oder lassen wir die Entwicklung der KI lieber stagnieren, um Arbeitsplätze zu erhalten oder die Gefahr von unkontrollierbaren Killerrobotern zu unterbinden, wie wir sie aus Filmen kennen? Wie kann ich mein Urteil vorurteilsfrei/ethisch begründen?

Hier lesen Sie meinen Essay darüber.

Jackson tot – Alle drehen durch

7 Jul

Wenn Menschen weinen, wie damals, als am 11. September 2001 die Twin Towers eingestürzt sind, dann… Ach, was sag ich denn da? Damals haben sicher nicht so viele Menschen geweint, wie jetzt, da Michael Jackson tot ist. In ca. 2 Stunden beginnt die Trauerfeier oder anders gesagt: der Medienzirkus. Altstars wie Usher und andere, die sich in letzter Zeit keinen Namen mehr machen konnten wegen der neuen Junggeneration High School Musical oder Hannah Montana, kommen aus ihren Löchern und trällern Schnulzsongs für … ja für wen eigentlich? Für Jacko sicher nicht, denn der kriegts ja nicht mehr mit. Ach ja, für die geplanten 750 Millionen Zuschauer, die, aufgescheucht von allen Medien, die es gibt, sich den Abend freinehmen und “trauern”. So wird Madonna “trauern”, indem sie ihr Konzert mal kurz für eine Live-Schalte ins Staples Center unterbricht. Wow! Echte Trauer! Vielleicht singt sie danach “Pretender”!

Wie gesagt: Alle drehen durch! Hier drei Beispiele:

  • Am heutigen Tag behauptete eine Frau in ihrem Baum fände sich ein Abbild der Visage von Jacko
  • Es gab eine Meldung, die besagte, dass die Leiche von Jacko während der Trauerfeier im Staples Center aufgebahrt würde
  • Die Leute von Videogameszone.de nahmen mit dem Spiel Fight Round 4 einen virtuellen Boxkampf zwischen Jackson und Elvis im Staples Center auf

Meine Meinung: Er war ein großartiger Entertainer – schade um das Comeback. Now, beat it! Just beat it!