Therapiebedarf bei Kindern und Jugendlichen

26 Mrz

Hier die Zusammenfassung eines Interviews, das die Stuttgarter Zeitung vor einiger Zeit mit dem Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Kinderkrankenhaus Olgahospital Stuttgart (kurz Olgäle genannt) geführt hat .

Auf die Frage, warum immer mehr Kinder und Jugendliche psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, spricht der Chefarzt Reinmar du Bois das Problem der überforderten Eltern und der entsolidarisierten und verarmenden Gesellschaft an.

So werden im Olgäle viele Aussiedlerkinder betreut, die von ihren Eltern unter einen enormen Erfolgsdruck gestellt werden (aus dir soll mal was werden / es soll dir besser gehen als uns) und dann nicht nur mit dem Problem der Überforderung zu kämpfen haben sondern auch oft genug ihre aussichtlose Lage sehen.

Viele Kinder und Jugendliche sind kontaktgestört, verweigern die Schule, isolieren sich, saufen sich voll, werden aggressiv (Jungen) oder ritzen sich (Mädchen).

Reinmar du Bois klagt dabei das dreigliedrige Schulsystem an, das die Entsolidarisierung der Gesellschaft verschärft und zu einer Verelendung der Hauptschulen führt. Viele Kinder würden so bereits in jungen Jahren zum Verlierer abgestempelt.

Viele Kinder und Jugendliche haben auch einen hohen Internetkonsum an Gewaltvideos und Sex-Seiten. So nehmen die Kinder/Jugendlichen eine sexualisierte Erwachsenensprache – und denkweise an, die schädlich ist.

Das Olgäle bietet betroffenen Kindern, Jugendlichen und Eltern therapeutische Hilfe an. Wer Interesse am ganzen Interview hat, hier ist der Link

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